Ironie des Trinkwasser sparens!

Das Trinkwasser ist eine der wichtigsten Ressourcen, die wir von unserem Planeten Erde benötigen! Deshalb sollten wir möglichst sparsam damit umgehen. Außerdem bedeutet Trinkwasser sparen auch gleichzeitig Geld zu sparen.

Laut einem aktuellen Fernsehbericht verhält es sich aber genau umgekehrt:

Hier in Deutschland nutzen wir derzeit weniger als 20% unserer zur Verfügung stehenden Trinkwasserressourcen für die Haushalte. Da Trinkwasser nur schlecht speicherbar ist und auch nicht ohne Qualitätsverlust (der es schließlich als Trinkwasser unbrauchbar machen würde) in Mangelregionen exportiert werden kann, besteht hier weder ein Grund, noch eine Notwendigkeit zum Sparen. Außerdem leben wir in einer regenreichen Region, und auch unsere Flüsse und Seen sind stabil. Somit laufen wir ebenfalls nicht Gefahr, daß sich hier künftig ein ernster Mangel an Wasser einstellen wird. Daher ist das Wassersparen hier in Deutschland weder notwendig, noch bringt es irgendwelche Vorteile für uns, unsere Umwelt oder die Natur.

Auf der technischen Seite unseres Trinkwasser-Versorgungssystems sieht die Sache dann sogar nochmal deutlich ernster aus: Schon jetzt ist der Wasserverbrauch (trotz steigender Bevölkerung) um ca. 25 % gesunken, was nicht ohne Folgen geblieben ist:
Daher sind die früher konzipierten Kreisläufe für Frischwasser und Abwasser derzeit deutlich überdimensioniert. Wenn nun viel weniger Abwasser durch die Kanalisation fließt, dann funktioniert das Prinzip der Selbstreinigung nicht mehr. Der fehlende Wasserfluß kann die ganzen Lebensmittelreste und Fäkalien nicht mehr zuverlässig aus den Rohrleitungen spülen. Zusätzliche Spülungen und Reinigungen der Rohrsysteme sind die notwendige Folge. Neben den daraus entstehenden Mehrkosten werden dafür auch wieder große Mengen an Frischwasser benötigt. Manche Wasserversorger denken derzeit schon über eine extrem aufwändige Verkleinerung der Querschnitte der Abwasserrohre nach, um die laufenden Kosten für Reinigung und Instandhaltung senken zu können.
Auch auf der Seite der Wasserversorgung ist es wohl eher so, daß durch die Überversorgung und ungenutzte Leitungsquerschnitte täglich mehrere hunderttausend Liter Trinkwasser abgelassen werden müssen.

Laut einem Wasserversorger würde eine Senkung des Pro-Kopf-Verbrauches von 120 auf 100 l/Tag zu einer weiteren Steigerung des Wasserpreises um 25 % führen. Letztendlich wird das Wasser durch den abnehmenden Bedarf (wie auch schon in der Vergangenheit) also immer teurer. Da das wiederum dazu führt, daß weiter tapfer Frischwasser eingespart wird, beißt sich die Katze hier also in den Schwanz!

Eine Möglichkeit gibt es jedoch für jeden von uns, etwas für die Umwelt und auch für unseren Geldbeutel zu tun:
Das deutsche Trinkwasser hat weltweit die höchsten Auflagen und dadurch auch die beste Qualität. Es wäre also für den Geldbeutel, wie auch für die Umwelt, deutlich besser, einfach mal Leitungswasser zu trinken, statt anderer stiller Mineralwässer, die in Kunststoff abgepackt, erst quer durch ganz Europa transportiert werden. ;-)



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